Teil 33: Dritte Tour

Kaoshiung, Taiwan. Die Sonne schien hinter den Wolken. Das war vorteilhaft, auch so erreichten wir tropisch feuchte 30 Grad, die beim ersten Schritt aus dem klimatisierten Flughafen unmittelbar einen feuchten Film auf die Haut legten. Es war dunkel als wir ankamen, Leuchtreklamen mit chinesischen Schriftzeichen am Strassenrand, Autos, Scooter, Hochhäuser, Strassenhändler. Und ich hatte jegliche zeitliche Orientierung verloren, zu viele Stunden waren wir schon unterwegs, durch zu viele Zeitzonen geflogen. Zuerst nach Helsinki. Da war es kurz vor Mitternacht und der Flughafen menschenleer, nur am Schalter nach Hongkong tummelten sich Grüppchen. Irgendwann mitten in der Nacht die warme Mahlzeit. Milla schlief im Körbchen tief und fest. Ein Film, dann fielen auch mir die Augen zu und als ich sie wieder öffnete schien Sonnenlicht durch halb hochgeschobene Fensterklappen im Flugzeug. Eine Uhr zeigte, es sei halb sechs am Morgen, aber ich wusste nicht mehr auf welchen Standort sich das bezog. Irgendwann landeten wir wieder und dann starteten wir wieder und als wir wieder landeten war es eben dunkel. Milla legte ich um kurz vor Mitternacht zur ortsüblichen Zeit ins Bett. Sie schlief und schlief und wachte nach zehn Stunden wieder auf, riss die Beine in die Luft und steckt einen Fuss in den Mund. In den folgenden Wochen schleppten wir das halb nackte Baby durch die Tropen. Kinderwagentauglich war auch Taiwan nicht und Milla war nicht tragetuchtauglich. Es ging durch Mega-Cities, an Strände, über Nightmarkets, in National Parks und Tempel und natürlich auch ins Theater. Diesmal sogar bis hinter die Kulissen und die Schauspieler winkten Milla zu, wenn sie sich umzogen. Milla machte ihre ersten Sprünge mit Unterstützung und lachte schallend, dass es uns die Tränen in die Augen trieb.

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